Schlagwort: Wirtschaft

  • Putin ruft Ende der Wirtschaftskrise in Russland aus. Aber wird wirklich alles gut?

    Mitte April, mitten in der großen, griechisch heftig befeuerten Eurokrise verkündete Premierminster Wladimir Putin für Russland: Die Rezession sei vorbei, das Ende der Krise zu verkünden, solle man aber noch vorsichtig sein. Die Vorsicht währte weniger als zwei Monate. Vorige Woche präsentierte die russische Regierung ihre Wachstumsprognose für 2010 und siehe da, Russland ist demnach…

  • Veränderungsluft. Warum (fast) alle meinen es müsse (werde) sich etwas ändern, trotzdem aber (fast) alles so weiter geht wie bisher

    Es gibt viel an der Politik der russischen Führung unter Putin/Medwedjew zu kritisieren und es gibt viele KritikerInnen ihrer Politik: die Ent-Demokratisierung, die Knebelung der Presse, ein völlig kontrolliertes Parlament, keine unabhängige Gerichtsbarkeit, die wachsende Fremdenfeindlichkeit im Land, die Gewalt im Nordkaukasus (mit ihren blutigen Tentakeln ins russische Kernland), die Rückständigkeit der russischen Industrie (und…

  • Gerhard Schröder spricht in Moskau gut über Putin – deutsche Wirtschaftsvertreter antworten mit Klagen über die Investitionsbedingungen in Russland

    Vorigen Donnerstag Abend, im Atrium des Hotels Baltschug Kempinskij, erstes Haus am Moskauer Platz, hielt der frühere Bundeskanzler, Freund des heutigen russischen Premierminister und Vorsitzender des Aktionärsausschusses der Nord Stream AG Gerhard Schröder großen Hof. Schätzungsweise 500, meist gedeckt und wohl gekleidete Gäste, Deutsche dem Vernehmen nach nicht in der Unterzahl, waren auf Einladung des…

  • Wie stabil ist das Putin-Regime? Solange das Geld reicht!

    „Zwei Jahrzehnte nach Beginn der Perestrojka ist Russland ein autoritärer Staat. Unter Präsident Vladimir Putin wurde zielgerichtet ein hochgradig zentralisiertes politisches System installiert, in dem bürgerliche Freiheits- und Beteiligungsrechte systematisch außer Kraft gesetzt sind. Mit der Neubesetzung der Duma im Dezember 2007 und dem Wechsel im Präsidentenamt im Frühjahr 2008 hat der Kreml gezeigt, dass…

  • How to deal with Russia? Teil 2

    Die wichtigste Frage im Verhältnis zwischen der EU und Russland ist die Energiepolitik. Vielgehört ist die Forderung nach einer gemeinsamen Haltung gegenüber dem Hauptlieferanten für Öl und Gas. Manche machen daraus eine Frage von Sein und Nichtsein der EU. Etwas nüchterner betrachtet, wird die Energiepolitik immerhin zum Prüfstein, wie weit oder besser wie tief die…

  • Jewgenij Gontmacher macht sich Feinde – zum Beispiel Surkow

    Schon einmal im vergangenen Herbst gab es viel Aufregung um einen Zeitungsartikel von Jewgenij Gontmacher. Der Sozialexperte hatte unter dem Titel „Nowotscherkassk 2009“ in der Tageszeitung „Wodomosti“ darüber nachgedacht, ob sich das Szenarium von 1962 wiederhoplen könne, als die Sowjetmacht im südrussischen Nowotscherkassk Arbeiterproteste blutig zusammen schießen ließ. Anlass für Gontmachers Überlegungen war die aufziehende…

  • Trägheit siegt – leider

    Vor zwei Jahren schrieb eine kleine Gruppe von russischen Wirtschaftswissenschaftlern, die sich SIGMA nennt, ein „Manifest“ mit dem Titel „Koalition für die Zukunft“ (www.sigma-econ.ru). Darin entwickelten sie vier mögliche Entwicklungsszenarien für ihr Land: Leben von der Rohstoffrente, Mobilisierung, Trägheit und Modernisierung. Das Rohstoffszenarium ist durch den Einbruch der Ölpreise fürs erste wohl obsolet geworden. Mobilisierung…

  • Wodka als Krisenindikator

    Viele Volkswirtschaften haben Schlüsselbranchen, von deren Wohlergehen zwar nicht alles, aber viel abhängt und die sich tief in das nationale (Selbst-)Bewusstsein gegraben haben. In Deutschland sind das zum Beispiel Autos – siehe die Aufregung um Opel. Das ist in Russland nicht anders. Doch soll hier heute nicht, wie man denken könnte, von Öl oder Gas…

  • Russlands Reiche verarmen

    Moskau ist nicht mehr die Weltmilliardärshauptstadt. Kaum ein Jahr nach dem großen Triumph ist die Zahl der russischen Milliardäre laut der neuen Forbes-Liste um fast zwei Drittel von 87 auf 32 geschrumpft. In Moskau leben noch 27 der Superreichen, New York hat die Führungsposition mit immerhin noch 55 Dollar-Milliardären zurück erobert und selbst in London…

  • Die Krise wirkt – ein wenig Meinungsforschung

    So langsam die wie Wirtschaftskrise nicht nur in den Köpfen, sondern auch in den Portemonnaies der Menschen in Russland ankommt, beginnt sie sich auch auf das Ansehen von Wladimir Putin und Dmitrij Medwedjew auszuwirken. Beide haben nach Umfragen des Levada-Zentrums seit September 2008, ihrem Popularitätshöhepunkt nach dem Georgienkrieg jeweils zehn Prozent an Zustimmung verloren, wenn…