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Offener Brief von Jelena Schemkowa, Geschäftsführerin von Memorial, an Lothar de Maiziere, Co-Vorsitzender des Lenkungsauschusses des Petersburger Dialogs

Herrn Lothar de
Maiziere
Co-Vorsitzender
des Lenkungsausschusses

des Petersburger
Dialogs

 

Sehr geehrter
Herr de Maiziere,

 

in Ihrem Interview „Petersburger Dialog: ‚Nicht nur Gas und Öl'“, das sie
am 15. Juli dem Korrespondenten der Deutschen Welle gegeben haben (http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5793515,00.html) erklären Sie, dass Memorial erst viele
Jahre seine Beteiligung am Petersburger Dialog gefordert habe, dann aber,
nachdem wir eingeladen wurden, zu wenig aktiv seien.

 

Ihre Schlussfolgerung ist entspricht in beiden Teilen nicht der
Wirklichkeit und zeigt lediglich ihre Uninformiertheit. Wahrscheinlich lässt
sich das dadurch erklären, dass sie niemals an Sitzungen der Arbeitsgruppe
„Zivilgesellschaft“ teilgenommen haben und auch nicht auf einer aus einer
ganzen Reihe von Konferenzen und Seminaren waren, die in den vergangenen Jahren
auf Initiative und unter aktiver Teilnahme von Memorial zwischen den
Jahrestagungen des Petersburger Dialogs (aber in seinem Rahmen) stattgefunden
haben.

 

Wir würden zumindest gern davon ausgehen, dass Ihre Worte in Bezug auf
Memorial der Unkenntnis der Situation und nicht einem voreingenommenen
Verhältnis zu uns entspringen.

 

Sollten Sie das Bedürfnis verspüren, können Sie gern mit anderen
Teilnehmern und den Leitern der Arbeitsgruppe „Zivilgesellschaft“ sprechen –
und so für sich ein vollständiges Bild erhalten.

 

Möglicherweise halten Sie es danach für angebracht, ihre Erklärung zu
korrigieren.

 

Aber wichtiger ist etwas anderes. Ihre Bewertung der Aktivität dieser oder
jener Teilnehmer des Petersburger Dialogs zwingt uns, die Aufmerksamkeit auf
ein tiefer gehendes Problem zu lenken – der geschlossene Charakter des
Petersburger Dialogs gegenüber einer breiteren Öffentlichkeit. Möglicherweise
ist es an der Zeit, den Dialog offener zu gestalten? Die Sitzungen zu
protokollieren, die Diskussionen im Internet zu veröffentlichen, damit die
Bürger unserer Länder besser verstehen, womit sich der Petersburger Dialog
beschäftigt? Damit sie selbst besser bewerten können, wie wichtig er ihnen ist
und ob sie ihn brauchen? Wie aktuell die dort aufgenommenen Probleme und
welchen Beitrag jeder der Teilnehmer des Dialogs leistet?

 

Hochachtungsvoll

 

Elena Zhemkova, Geschäftsführerin Memorial
International, Teilnehmerin des Petersburger Dialogs 2008-2010 

 

 

 

 

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