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Report über Journalistenmorde veröffentlicht – praktisch Straffreiheit in Russland

Dieser Tage treffen sich die Staatschefs der sogenannten BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) in Jekaterinburg am Ural. Die Newcomer auf der ganz großen Weltpolitik- und -wirtschaftsbühne werden angesichts der Krise sicher mehr Mitsprache für ihre Länder fordern – und die bisher führenden Induistrienationen zu mehr Bescheidenheit auffordern. Das ist ihr gutes Recht. Sie könnten sich aber auch noch um ein anderes Thema kümmern. Doch das werden sie nicht. Gerade in Russland, Indien und Brasilien (neben der Türkei und Mexiko – und China dürfte da auch nicht weit sein) werden die meisten JournalistInnen weltweit ermordet und die wenigsten Morde aufgeklärt. Kurz: In diesem Ländern kann man Journalisten mit minimalem Risiko ermorden (oder ermorden lassen), dafür bestraft zu werden. Russland ist auch hier vorneweg, sarkastisch gesprochen: Weltniveau sozusagen.

Zeitlich passend zum BRIC-Gipfel haben die International Federation of Journalists, die Stiftung zur verteidigung von Glasnost und das Zentrum für Journlaistik in Extremsituationen in Moskau einen Bericht unter dem Titel „Partial Justice. An inquiry into the deaths of journalists in Russia, 1993-2009“ vorgestellt. Mindestens 312 JournalistInnen wurden seit 1993 in Russland ermordet, die meisten mutmaßlich aus politischen Gründen und kaum einer der Fälle wurde aufgeklärt. Die grausige, beeindruckende Liste mit allen Namen der ermordeten JorunalistInnen kann nun im Internet eingesehen werden. Auch als Zeichen, dass die Opfer nicht vergessen und die Morde nicht vergeben sind.

Ein Beleg für die politischen Hintergründe der Morde ist übrigens, dass Moskau der gefährlichste Platz in Russland für JournalistInnen ist, weit vor den gewaltvollen und umkämpften Regionen des Norkaukasus, aus denen auch heute noch fast täglich von bewaffneten Auseinandersetzungen und Toten berichtet wird.

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